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Warum und worüber möchte ich schreiben? Eine ebenso gute wie nicht ganz kurz zu beantwortende Frage. Der Wunsch zu schreiben ist in mir bereits in der 8. Klasse von einem meiner ehemaligen Deutschlehrer geweckt worden. Wir sollten damals einen Roman vollenden, von dem uns lediglich der Anfang bekannt war. Herr Büthe las uns eines Tages die ersten dreißig Seiten eines Romans vor, ohne uns weitere Informationen über das Werk, den Titel oder den Autor zu nennen. Wir hatten völlig freie Hand, egal ob wir mit einer fiktiven Geschichte weiter machen oder unseren eigenen Klassenverband in die Handlung einbauen wollten. Für das, was ich alles schreiben wollte bzw. was mir zu diesem Handlungsrahmen einfiel, waren die vorgegebenen vier Wochen einfach zu wenig Zeit. In dem Kommentar meines Lehrers zu meiner Arbeit stand sinngemäß, dass ich viele schöne Handlungsansätze gefunden hatte, diese aber leider in den meisten Fällen im Nichts verliefen. Trotzdem erhielt ich eine 2+ auf meine Arbeit und spürte schon damals, dass das Erfinden von Geschichten unheimlichen Spaß machen kann.

Spaß vor allem macht der eigentliche Umgang mit der Sprache, ich liebe meine Muttersprache. Man kann mit Worten so viel bewegen, Worte können so viele wunderbare Doppeldeutigkeiten haben. Diese Hausaufgabe hat mich neugierig gemacht auf mehr. Viel mehr.

Bei dem Roman handelte sich dabei übrigens um „Herr der Fliegen“ von William Golding.

Seit dieser Zeit ist viel geschehen und ich habe mich kontinuierlich in meiner Schreiberei weiterentwickelt. Ob dabei immer zum Positiven ist eine Frage, die ich nicht selber beantworten kann und möchte, ich denke aber schon eher zum Positiven. Aber vielmehr treten zwei Hauptprobleme bei meiner Art zu schreiben in den Vordergrund: Zum einen eine gewisse Ziellosigkeit. Ich habe mich in den letzten Jahren mit fast allem beschäftigt, was man so an literarischen Stilrichtungen kennt. Ich schrieb Gedichte genauso wie Kurzgeschichten. Ich habe derzeit zwei größere Werke – die ich gerne schon hochtrabend Romane nenne – in Arbeit. Ich versuchte mich an erotischer Literatur wie auch an Kindererzählungen.

Sicherlich ist es gut und wichtig in so viele Bereiche wie möglich zu schnuppern. Aber ich denke, um mein literarisches Schaffen weiter nach vorne zu bringen, ist es nun absolut erforderlich, mich stilistisch ein wenig zu kanalisieren. Frei nach dem Motto, lieber eine Sache gut, als viele mittelmäßig.

Das zweite Manko war lange Zeit, dass ich nie den richtigen Einstieg in eine Geschichte fand. Ich habe viele Bücher gelesen, von denen ich hinterher gesagt habe, ‚die Story hätte ich auch schreiben können‘. Vielleicht nicht so gut wie der jeweilige Autor, aber mit DER Grundidee und DEM Einstieg hätte ich auch etwas daraus machen können. Eben genau so, wie meine ersten Gehversuche in dieser Richtung auf dem Gymnasium.

Eine der ersten Geschichten, bei denen mir dieses auffiel war „Das Parfüm“ von Patrick Süsskind. Weitere folgten und ich las die unterschiedlichsten Bücher in vollkommen unterschiedlichen Stilrichtungen: Günter Grass, Frank Schätzing, Dean Koontz, Wolfgang Hohlbein, Erich Fried, Franz Kafka, Friedrich Dürrenmatt, Dan Brown, J. R. R. Tolkien etc. um nur die bekannteren zu nennen. Mitte der Neunziger Jahre entdeckte ich meine Leidenschaft für Fantasy-Romane. Alles Utopische und Gruselige zog mich in seinen Bann. Fast zwangsläufig landete ich dann bei Stephen King, den ich heute verehre wie kaum einen anderen Schriftsteller. Sein Werk „Das Leben und das Schreiben“ und die Art und Weise wie er dort über seine Techniken bei der Gestaltung eines Romans berichtet, haben in mir die Tür zu einem Ideenpool geöffnet, der schier unerschöpflich zu sein scheint. Seine Ausführungen über Figuren, die in einer entstehenden Geschichte eine eigene Dynamik entwickeln, die sich wie von selbst in eine Handlung hineindrängen, haben mich fasziniert. Dass aus einer als Nebenfigur gedachten Person wie von selbst auf einmal ein Hauptprotagonist werden kann. Auch die Erkenntnis, nur über das zu schreiben, von dem man auch eine gewisse Ahnung hat, ist ebenso einfach wie genial. Nur so erreicht man Authentizität. Nicht umsonst sind viele seiner Hauptdarsteller Lehrer und/oder Schriftsteller.

Natürlich ist mir bewusst, dass ich mich mit den Größen der Weltliteratur („noch“, diese scherzhafte Anmerkung sei mir erlaubt) nicht messen kann. Doch ich denke, wo soll man abschauen, wenn nicht von den Besten der Besten? In der Folge schrieb ich Geschichten über Geschichten. Zum Teil sogar wohl ganz ansprechende, zumindest wenn man dem privaten Lektorat von Freunden und Familienmitgliedern glauben schenken darf. Ich hingegen bin selten mit dem zufrieden, was ich zu Papier gebracht habe, ohne dass ich in Worte fassen kann, was mich konkret stört. Es war (und ist) lediglich ein Gefühl, dass etwas fehlt, dass etwas nicht stimmt. Bei den beiden begonnenen „Romanen“ ist es noch schlimmer, hier gesellte sich auch noch eine Schreibblockade hinzu. In beiden Fällen lag die Geschichte eigentlich ausgebreitet vor mir und dennoch fand ich die Kurve nicht weiterzuschreiben, die Geschichten zu vollenden. Trotz aller Ideen und Anregungen fällt es mir immer noch schwer einen guten Einstieg in eine Geschichte zu finden. Inwischen ist nun der erste dieser beiden Romane nahezu fertig und verlangt "nur" noch eine finale Sichtung und Korrektur von mir, aber wie so vieles beim Schreiben ist auch dieser (letzte) Schritt ein sehr mühsamer. Aber ich bin guter Dinge auch diesen noch in "diesem Leben" zu vollenden.

Ich wünsche allen Besuchern meiner Seite viel Freude und vielleicht auch anregende Unterhaltung. Über ein (gerne auch positives) Feedback freue ich mich immer.

 

Springe, 2014