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Der kleine Bär und der Mond

 

 

Es war einmal ein kleiner Bär. Der lebte mit seiner Familie an einem kleinen See im Bärental. Der kleine Bär hatte nicht viele Freunde unter den Tieren im Tal, denn sie fürchteten sich vor Bären. Also spielte der Bär meistens alleine und wollte doch immer nur mit allen gut Freund sein. Eines Abends lief der kleine Bär von Zuhause weg, um die Gegend noch ein wenig zu erkunden.
Er lief in den dunklen Wald und schon bald hatte er sich verirrt. Es war so dunkel in dem Wald, dass der kleine Bär nicht einmal seine eigene Tatze vor den Augen sehen konnte.

Plötzlich erblickte er vor sich ein helles Licht. Als der kleine Bär näher kam, bemerkte er, dass er sich auf einer großen Lichtung befand. Hier war alles hell erleuchtet durch den Mond und der kleine Bär hatte keine Angst mehr. Er schaute sich um, sah sich die Bäume an, die sich im Wind bewegten, hörte das Rascheln des Grases auf der Wiese. Als er nach oben schaute, bemerkte er den großen, vollen Mond am Himmel.

Hallo, lieber Mond,“ sagte der Bär, „ ich habe mich verlaufen, kannst Du mir den Weg nach Hause zeigen?“. Doch der Mond antwortete dem Bären nicht. „Weißt Du,“ sagte der kleine Bär ängstlich, „ich fürchte mich ein wenig.

Da kam dem Bären eine Idee. Wollen wir nicht Verstecken spielen?“, fragte er. Ohne eine Antwort abzuwarten, rief der kleine Bär: „Ich verstecke mich zuerst, Du musst die Augen zumachen und bis 100 zählen, erst dann darfst Du mich suchen.“ Kaum hatte der kleine Bär das ausgesprochen, lief er so schnell er konnte an den Rand der Lichtung und suchte ein gutes Versteck. Da er aber kein geeignetes Versteck finden konnte lief er immer weiter und immer weiter, bis er wieder in dem Tal angelangt war, in dem er wohnte. Ja, hier kannte er sich aus und lief sofort zu dem alten ausgehöhlten Baum am See, wo er so gerne spielte. Und schwups, war er in dem Baum verschwunden. „Hier findet mich der Mond nie.“ dachte der kleine Bär.

Die Minuten vergingen und nichts geschah. Der kleine Bär freute sich riesig über sein tolles Versteck. Der Mond würde ihn dort niemals finden. Plötzlich brach ein Lichtstrahl durch die dichten Baumkronen und traf genau den kleinen Bären. Erschrocken fuhr der kleine Bär herum und sah den Mond am Himmel. „Oh,“ stotterte der kleine Bär, „jetzt hast Du mich doch gefunden“. Der kleine Bär hüpfte vergnügt aus seinem Unterschlupf, denn er war sich sicher, beim nächsten Mal könnte er ein noch viel besseres Versteck finden.

So, nun muss ich Dich suchen, ich stelle mich an den Baum dort drüben und zähle bis hundert und dann suche ich Dich.“

Eins, zwei, drei...,“ zählte der kleine Bär und als er bei Hundert angekommen war, drehte er sich blitzschnell herum und rief: „Ich komme.“ Der kleine Bär schaute sich um, es war finster geworden am See und er wusste nicht so recht, wo er nach dem Mond suchen sollte. Vorsichtig tastete er sich vorwärts, schaute dabei hinter jedem Baum und jedem Strauch nach dem Mond, aber er konnte ihn nirgends finden.

Auf einmal hörte er aus einem Baum vor sich eine Stimme rufen: „Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck“. Eine Kuckuck saß in dem mächtigen Eichenbaum und blinzelte müde in die Dunkelheit. „Hallo“, sagte der Bär, „ich spiele Verstecken mit dem Mond, aber ich kann ihn nirgends finden, hast Du ihn vielleicht irgendwo gesehen?“ Die Kuckuck blickte kurz auf den kleinen Bären und schüttelte dann nur

den Kopf. „Aber er muss doch irgendwo sein“, rief der kleine Bär, doch die Kuckuck ließ wieder nur ihr „Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck“ hören und wandte sich von dem Bären ab.

Enttäuscht lief der Bär hinunter an den See. Überall schaute er nach, aber er konnte den Mond nirgends entdecken. Traurig setzte sich der kleine Bär auf einen Stein am Ufer des Sees und rief: „Also gut, Mond, ich kann Dich nicht finden, Du hast gewonnen, komm heraus aus Deinem Versteck!“ Auf einmal kam ein bisschen Wind auf und die Wolken am Himmel zogen langsam weiter auf ihrem Weg mit dem Wind. Der Mond, der die ganze Zeit über nur von den Wolken verdeckt gewesen war, kam zum Vorschein und strahlte hell am Himmel. „Ui,“ rief der kleine Bär, „dort hattest Du Dich also versteckt, das war aber ein tolles Versteck. Jetzt muss ich aber nach Hause, meine Mama macht sich bestimmt schon Sorgen um mich.“ Er rannte so schnell er konnte nach Hause. Bevor er aber dort ankam, drehte er sich noch einmal um und fragte den Mond: „Hast Du Lust morgen wieder mit mir Verstecken zu spielen, ich habe nämlich ein ganz, ganz tolles Versteck, da findest Du mich bestimmt nicht.“

Der Mond antwortete natürlich wieder nicht, aber als der kleine Bär dann später in seinem Bettchen lag und aus seinem Fenster nach draußen blickte, da konnte er seinen neuen Freund noch immer am Himmel sehen und es war ihm, als zwinkerte er ihm zu als wollte er sagen: „Gute Nacht, kleiner Bär, bis morgen“.